Sicherheitstüren für das Eigenheim?

Als Sicherheitstüren werden in aller Regel Türen bezeichnet, die einen besonderen Schutz gegen Angriffe mit mechanischem Einbruchswerkzeug und/oder Sicherheit bei Feuer bieten. In Spezialausführung gibt es Sicherheitstüren sowohl gas- und wasserdicht.
  
Einbruchprävention hieß vor wenigen Jahrzehnten noch, einen Besen unter die Türklinke zu klemmen. Heutzutage entsprechen Türen definierten Sicherheitsstandards durch besondere Schlösser und extrem widerstandsfähige Türblätter. Die sechs sogenannten DIN-Widerstandsklassen (WK1 bis WK6) für geprüften Einbruchsschutz wurden mittlerweile durch die sechs „Resistance Class“, auch RC1 bis RC6 abgelöst. Jede dieser Klassen orientiert sich an der Professionalität der Einbrecher. Damit kann man – je nach benötigten Sicherheitsbedarf – für jeden einbruchgefährdeten Bereich den passenden Schutz bekommen. 
  
  
Bei mehr als 70 Prozent aller Einbrüche hebeln Einbrecher die Eingangs-, Balkon oder Terrassentür an der Seite des Schlosses einfach auf. Danach folgt das Abbrechen des Schließzylinders mitels speziellen Werkzeugs. Das Ganze dauert meist 5 – 10 Minuten. Eine Eingangstür sollte daher vor allem Widerstand gegen Einwirkungen von Außen leisten können. Die DIN-Widerstandsklassen für Sicherheitstüren orientieren sich daher nach der Ausrüstung und Geschicklichkeit des Einbrechers:
 

DIN Widerstandsklassen / Resistance Classes 1-6

 

Schutz einer WK4 / RC4 Tür

  • Widerstandklasse WK1 / RC1 bietet einen Basisschutz gegen „Gelegenheitstäter“, die vor allem mit Vandalismus, also körperlicher Gewalt versuchen die Tür einzutreten.
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  • Bei der WK2 / RC2 wird davon ausgegangen, dass ein Gelegenheitstäter herkömmliches Werkzeug (z.B.  Zangen &  Schraubendreher etc.) für den Einbruch verwendet.  WK2 Sicherheitstüren halten dabei bereits mehr als 80 Prozent aller Einbruchsversuche stand.
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  • WK3 / RC3 widersteht auch Einbruchsversuchen, bei denen Spezialwerkzeuge wie professionelle, elektronische Schraubendreher benutzt werden.
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  • Sicherheitstüren der Widerstandsklasse WK4 / RC4 halten auch professionellen Einbrechern stand. Auch, wenn diese mit schwerem Werkzeug wie Akku-Bohrer, Hammer & Schlagaxt versuchen in Haus einzudringen.
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  • WK5 / RC5 & WK6 / RC6 sind Schutzklassen für die Industrie. Solche Türen bleiben auch bei Angriffen mit starken Bohrmaschinen und Stichsägen lange widerstandsfähig

 

Türen nur Teil des Gesamtkonzepts

Gerade bei einer solche Investition sollte man das Risiko eines Einbruchs analysieren. Sind wertvolle Gegenstände im Haus? Wird das Haus regelmäßig bewohnt? Ein abgelegenes Haus im Wald, welches nur übers Wochenende benutzt wird bedarf eines höheren Schutzes als ein Einfamilienhaus in belebter Nachbarschaft. Ein Keller der von außen zu erreichen ist und keinen direkten Zugang zum Haus hat benötigt weniger Schutz als ein Zugang zum Keller mit darauffolgender Tür zur Wohnung (wie in vielen Einfamilienhäusern üblich).
 
Für einen Allround-Schutz entsprechend der höheren Widerstandsklassen reicht einen Sicherheitstüren alleine nicht aus. Auch Fenster und die Wand gehören dann zu einem verantwortungsbewussten Sicherheitskonzept. Denn stellt die Türe ein Problem für die Einbrecher dar, kann man immer noch mittels Vorschlaghammer durch eine 30cm dicke Wand brechen. So gesehen wäre das für den Einbrecher die leichtere Variente – und die Sicherheitstür gänzlich überflüssig.
 
  
Kosten der Anschaffung
Sicherheitstüren sind nicht billig. Je nach Widerstandsklasse (W2 – W6) kosten Sicherheitstüren zwischen 700€ und 2500€+ , bieten dafür aber auch einen unvergleichbaren Schutz mit herkömmlichen Eingangstüren.